Selbstdisziplin

Einen wunderschönen Guten Morgen zusammen. Habe es ja gestern bereits angekündigt, heute gehe ich nicht auf die Waage. Es geht mir besser so damit. Psychologisch betrachtet versuche ich vielleicht negative Ergebnisse auszublenden … mag sein, aber so will ich es heute.

Ich muss mich allerdings auch wieder extrem zusammenreißen. Die Ernährung der letzten Tage wirft ihre Fangarme nach mir aus. Ich versuche immer, keine Unterschiede zu machen zwischen, ich sage mal ganz vorsichtig, “normalen” Übergewichtigen, und denen, die eine Eßstörung haben. Aber es gibt nun mal Unterschiede. Denn nicht jeder Übergewichtige hat eine Eßstörung. Ich will darauf hinaus, dass es einfach viele gibt, die nicht nachvollziehen können (das ist nicht negativ gemeint), wie sich Fett bei mir auswirkt. Es fungiert wie  ein Katalysator, wie ein erster Schuss für nen cleanen Junkie, wie der erste Schnaps für einen Alkoholiker. Es wird eine Kopfmaschinerie in gang gesetzt, die kaum zu kontrollieren ist. Man wehrt sich, man kämpft, man wird unruhig, man ist gereizt und launisch. Man neigt dazu, in depressive Phasen zu rutschen, man fühlt sich verloren, hilflos, allein gelassen. Es gibt Angstgefühle, Angst die Kontrolle zu verlieren, Angst vor der Zukunft etc.

Woher nehme ich das Wissen über diese Vergleiche mit Suchtkranken ? Einige wissen es, ich bin selbst mal vier Jahre lang tablettenabhängig gewesen, und habe auch in den Anfängen meiner Krankenpflegezeit länger auf einer Entzugsstation für Tablettensucht und illegale Drogen gearbeitet.

Ich will mich jetzt auch nicht in irgendwelchen Erzählungen verzetteln. Schreibe gerade einfach so drauf los, will damit nur ein bissl verbildlichen, wie das bei mir zeitweise so ausschaut. Mich haben die letzten 10 Tage sehr demotiviert, aber ich versuche jede Stunde dagegen anzukämpfen.

Warum esse ich dann Fett ? Weil der Körper eine gewisse Menge Fett benötigt, und weil fast überall Fett drin ist. Und Vegetarier will ich nicht werden, das war ich schon mal … muss ich nicht noch mal haben ;) Und wenn es so einfach wäre, es einfach wegzulassen … mensch, das würde so einige Probleme lösen. Aber so einfach ist es nun mal nicht.

Habe gestern auch den ganzen Abend im Netz nach Seiten, Videos & Texten gesucht, die mich motivieren oder/und mich ein wenig mehr in die richtige Richtung schubsen. Versteht mich nicht falsch, es geht mir nicht schlecht, ich bin nicht auf Depritour und ich sehe auch nicht schwarz. Aber die Gefahr ist definitiv da, abzurutschen, und dazu will ich es nicht kommen lassen. Von daher darf es keine Ausnahmen mehr geben für die nächste Zeit. Gestern war Zum Frühstück und zu Mittag Salat geplant. Was wurde es, Brötchen mit Butter und recht fettem Belag. Dazu Wiener Würstchen … nicht gut. Heute gibts Salat …. PUNKT. Keine Ausnahmen, kein Essentauschen, es gibt Salat, mit etwas French Dressing. Nachmittags einen Kaffee mit Milch und einen Keks, und zum Abendessen Erbsensuppe mit etwas Kassler.

Achja, bei meiner Suche gestern Abend habe ich eine Seite gefunden. Nämlich Selfdiscipline.com. Die hat mich dann auch für den Titel des heutigen Blogartikels inspiriert.  Selbstdisziplin, ein einfaches Wort, dass so viel Macht in sich trägt. Es ist eigentlich die Lösung für alles. Und deswegen wird dieses Wort ab jetzt mein Wort des Jahres. Und da 2012 schon so gut wie vorbei ist, wird es auch 2013 mein Wort. Selbstdisziplin …. ich muss sie nur aktivieren.

Ich bin heute motiviert, im Moment habe ich keinen Janker auf ungesundes Food, allerdings auch nicht auf mein Salatfrühstück. Aber ich ziehe es durch, keine Schmerzen !! Ich bin nicht mehr krank, die allergische Reaktion ist weg, und der kleine Reizhusten der noch da ist, kann mich mal. Nach dem Frühstück bereite ich schon mal das Gemüse für die Erbsensuppe vor, und danach schnappe ich mir meinen Flexi-Bar … wird Zeit, dass der zum Einsatz kommt.

Jetzt ist Schluss mit Lustig, und in diesem Sinne euch allen einen tollen aber disziplinierten Sonntag !!

Ps. Ich werde mich heute und verstärkt auch in den nächsten Tagen auf meiner Facebook-Fanseite zum Blog immer mal wieder zum aktuellen Stand äußern. Wer sich für mich bzw. meinen Weg etc. interessiert, dem kann ich die Facebookseite übrigens nur ans Herz legen. Nicht nur aufgrund der dortigen Diskussionen, sondern weil ich dort auch zusätzlich noch weitere Inhalte teile, die ich hier auf dem Blog nicht veröffentliche. Für Interessierte also definitiv ein Mehrwert. So, genug Werbung gemacht ;)

Pps. Nicht zu vergessen, heute ist wieder die Destination99 Weekly erschienen. Freu mich wenn sie gelesen, empfohlen, geteilt etc. wird ;)

Sind wieder interessante Themen drin.

 

  1. KerstinKerstin10-14-2012

    Hallo , ich lese bei dir immer mit und ich finde deine Seite klasse . Ich bin selber auch ziemlich übergewichtig , habe grad erst 30 kg runter bin aber zur Zeit nicht im ” plan ” fällt mir alles schwer . Mach weiter so , du schaffst das ;-)) viele liebe Grüsse Kerstin

  2. MarioMario10-14-2012

    Guten Morgen Kerstin :) Ganz lieben Dank für das Lob !! Freut mich sehr !! Ich finde, du untertreibst. Denn das Wort “erst” passt so gar nicht in deinen Kommentar. Egal wie das Ausgangsgewicht ist, 30 Kilo sind ne Hausnummer, dafür ziehe ich meinen Hut !! Nimm mal 30 Kilo in Form von Mineralwasserflaschen in den Arm oder in nen Rucksack und trage die mal ne Stunde mit dir rum, dann weißt du, was du für eine tolle Leistung vollbracht hast.
    Diese schweren Phasen kenne ich ja auch zur Genüge … sie sind schlimm, und manchmal erscheinen sie einem so mächtig, dass man keine Kraft mehr hat zu kämpfen. Aber gib nicht auf, kämpfe jeden Tag und es wird auch der Moment kommen, wo auf einmal wieder mehr Kraft da ist. Ich drücke dir ganz dolle die Daumen !!

  3. EllaElla10-14-2012

    Sehr guter Artikel! Allerdings sage ich Dir als Frau eines trockenenen Alkoholikers: Gegen die Sucht hilft Selbstdisziplin nur sehr bedingt. Immer wieder hört man dann: “Reiß dich doch mal zusammen”, aber damit ist es nicht getan. Damit verhöhnt man den Suchtkranken sogar. Geholfen hat uns Therapie (für uns beide, ich war co-abhängig – da muss man auch ran!), Geduld und auch ein Quäntchen Glück. Heute ist das über zehn Jahre her und wir sind dankbar für das Leben, das wir heute führen.

    Ich lese bei Dir, dass Du es alleine schaffen willst. Das kann selbstverständlich auch klappen, wenn Du von Deinem Umfeld voll unterstützt wirst. Momentan sehe ich aber, dass für Dich bestimmte “Trigger” (z.B. Krankheit, bei meinem Mann waren es Situationen und Orte) sehr gefährlich sind. Das wird nur mit Disziplin vielleicht nicht klappen, denn Du fällst bei diesen Ereignissen aus dem Plan. Hier solltet Ihr Euch überlegen, wie ihr diese Situationen anders durchlebt. Mit therapeutischer Unterstützung wäre es sicher leichter.

  4. MarioMario10-14-2012

    Huhu Ella, da muss ich dir ohne Umschweife recht geben. Gerade mit dieser Aussage:

    “Reiß dich doch mal zusammen”, aber damit ist es nicht getan. Damit verhöhnt man den Suchtkranken sogar

    Das ist da bei mir genau so.

    Die Gründe weswegen ich das alleine schaffen will und werde, sind sehr umfangreich und nicht einfach mal so hier zu erklären. Ein Hauptgrund ist, dass es nahezu unmöglich ist, einen Therapeuten zu finden, der ins Haus kommt, zumindest hier. Ich kann gar nicht sagen, welche Möglichkeiten wir da nicht ausgeschöpft hätten. Aber das Thema ist damit für mich auch vom Tisch und wird erst wieder aufgegriffen, wenn ich wieder mobil bin und mir einen Therapeuten suchen kann.

    Habe damals ja sowohl eine ambulante wie auch eine stationäre Therapie gemacht. Ich versuche jetzt eben Ergebnisse von damals wieder in mein Gedächtnis zu rufen, Erlerntes anzuwenden … das klappt zum Teil sehr gut.

    Ich stehe noch ganz am Anfang, und es kann ja nicht direkt von 0 auf 100 sofort alles klappen. Da ergeben sich aus jeder Situation Lerneffekte, seien es gute oder schlechte Situationen.

  5. EllaElla10-14-2012

    Danke für Deine Antwort! Ich finde es wirklich klasse, wie intensiv Du Dich damit inhaltlich auseinandersetzt! Das ist die beste Voraussetzung. Ich wünsche Euch einen tollen Sonntag und eine Woche voll Energie.

  6. MarioMario10-14-2012

    Dankeschön Ella, das wünschen wir euch auch :)

  7. SchnuffiSchnuffi10-14-2012

    So schwach sich ein Mensch in manchen Situationen fühlt, so stark kann er auch wiederum sein! Du und Deine Frau , ihr habt es bewiesen, wieviel Stärke und Kraft ihr immerwieder mobilisiert!

    Diese Kraft wird Dir helfen Deinen Weg voller Vertrauen in Dich selbst zu gehen!
    Ich wünsche Dir , dass Deine Zukunfstängste und all die unangenehmen Phasen, die Deine Krankheit mitausmachen , immer weniger die Oberhand behalten!

    Für Euch noch einen restlichen schönen Sonntag und eine gute Woche!

    LG Schnuffi

  8. NoldiNoldi10-14-2012

    Hallo Mario,
    wünsch euch einen schönen sonntag,
    und allen gute besserung,auch die,die nicht krank sind.
    Liebs grüessli vom Noldi.

  9. MarioMario10-14-2012

    @ Schnuffi & Noldi: Vielen Dank euch Beiden !!

  10. AlexAlex10-15-2012

    Hi Mario
    Dass du nicht auf die Waage warst, das ist dein Ding. Denn wenn es dir psychologisch hilft, dann passt das doch. Du tust es schließlich für dich. Und nur du kannst wissen, was dir wirklich hilft oder was eben nicht.
    Zur Selbstdisziplin, das ist tatsächlich meist das A & O und nicht nur beim abnehmen. Eine gute Portion Selbstdisziplin braucht man immer.
    Dann kann 2013 ja kommen! :)
    Deine Destination99 kam auch bei mir wie jeden Sonntag ins Postfach geflattert.
    Jetzt erst einmal einen guten Wochenstart und eine disziplinierte Woche, damit es Ende der Woche wieder mit einem Juhu-Gehfühl auf die Waage geht! :) Alles Gute!

  11. Frau YubabaFrau Yubaba10-15-2012

    Selbstdisziplin, ja. Da war was…

    Wenn es nur immer so einfach wäre.
    Weißt Du, ich neige auch noch dazu, wenn es mal nicht so gut läuft, mir deswegen richtig Vorwürfe zu machen. So nach dem Motto “Du bist zu doof zum Abnehmen, du verfressene Kuh. So wird das nie was.” anstatt einfach den einen Tag abzuhaken, am nächsten Tag durch zu starten und sich auch mal schwache Momente zu zu gestehen. Nur habe ich immer Schiss, dass die schwachen Momente, die man sich MAL genehmigt, zu einer Aneinanderreihung von unzähligen schwachen Momenten führen…

    Irgendwie misst man (ich?) den schlechten Tagen mehr Bedeutung bei, als den guten.
    Wieso nicht mal am Ende des Tages sagen “Heute warst Du richtig gut.” anstatt “Der eine Keks, der hätte nicht sein müssen.” ?

    Ich schweife ab. Aber Dein Post hat was in mir ausgelöst gerade und das rödelt nun durch mein Köpflein. ;-)

  12. MarioMario10-15-2012

    @ Alex: Mit ohne Wiegen ging es mir besser, in nen Binge-Anfall bin ich trotzdem gerutscht. Im Moment steht sowas wie Selbsthass im Raum … besch…. Begleiterscheinung solcher Anfälle.

    @ Frau Yubaba:

    Nur habe ich immer Schiss, dass die schwachen Momente, die man sich MAL genehmigt, zu einer Aneinanderreihung von unzähligen schwachen Momenten führen…

    Da haben wir viel gemeinsam. Die Angst fährt bei mir auch immer mit. Es gibt nur einen Weg, Kämpfen und aus Erlebtem lernen.

    Ich hoffe, es hat was gutes ausgelöst !!

  13. Frau YubabaFrau Yubaba10-16-2012

    Mario, es hat mich auf jeden Fall zum Nachdenken gebracht. :)
    Und das ist sehr gut.
    Manchmal braucht man den Anstoß von außen, um zu merken, wie man selber tickt.

  14. MarioMario10-17-2012

    Jap, das freut mich dann. Ich bin übrigens auch wieder gut dabei :)

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